High Fantasy contra
Low Fantasy

High und Low Fantasy Settings im Vergleich

High Fantasy und Low Fantasy sind zwei Subgenres des bekannten Mittelalter-Fantasy Settings. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Monster und Magie in ihnen vorkommen. In diesem Wiki-Artikel werden wir die größten Unterschiede besprechen und aufzeigen, welche Rollenspielsysteme in welche Kategorie fallen. Wir belauchten auch die Frage, warum High Fantasy viel populär ist als sein Low Fantasy Gegenstück.

Was ist ein Fantasy Setting?

Das Fantasy Setting ist eine fiktive Welt, die auf dem europäischen Mittelalter basiert, gepaart mit übernatürlichen Elementen aus dem Bereich der Märchen. Das sind Zauberer, Hexen, Monster, die sich in dunklen Wäldern und Höhlen verbergen, sowie exotische Völkergruppen („Rassen“ genannt) wie Elfen, Zwerge und Orks. Ein ähnlicher Begriff für diese Art Setting ist „EDO Setting“. Bei steht „EDO“ für die englischen Begriffe Elves, Dwarves, Orcs. Wenn wir von „dem“ Fantasygenre sprechen, denken wir auch oft an Tolkiens „Mittelerde“, das als Maßstab für viele Fantasy Settings gilt. Abhängig vom Ausmaß der fiktiven Elemente eines Fantasy Settings unterscheidet man zwischen High und Low Fantasy.

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Vergleich von High und Low Fantasy Merkmalen

Bevor wir uns die zwei Settings im Detail ansehen, werden wir kurz die wichtigsten Aspekte von High und Low Fantasy gegenüberstellen.

High Fantasy

Low Fantasy

Vorherrschende Rassen

viele unterschiedliche, meist Elven, Zwerge, Hobbits/Halblinge und Mensch-Tier-Hybriden

nur Menschen

Monster

zahlreich, leben in der Wildnis, in Wäldern und dunklen Höhlen

sehr selten, oft nur aus Erzählungen und Folklore bekannt

Magie

gängig und verbreitet, kann erlernt oder ererbt werden, magische Dienstleistungen können gekauft werden

sehr selten, nur eine Handvoll Magier auf der Welt, die zurückgezogen leben

Hauptplots

epische Heldentaten, einfache Abenteurer werden legendäre Helden mit halbgottgleichen Fähigkeiten

Geschichten einfacher Leute, die ums Überleben kämpfen, während Sie in die Intrigen von Adeligen und Königen verstrickt werden

Bösewichte

offensichtlich böse Charaktere, die aus Machthunger, Gier und Rache handeln

Adelige und König, die um Macht und Reichtum kämpfen, unscharfe Trennung zwischen Gut und Böse

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Anzeichen für High Fantasy Settings

Das sind die wichtigsten Merkmale, um ein High Fantasy Setting zu identifizieren.

1. Übernatürliches ist gewöhnlich

Magier und Monster sind sehr häufig anzutreffen. Vermutlich hat schon jeder Charakter in dem Setting einen Zauber oder ein Monster mit eigenen Augen gesehen. Magie zu wirken kann von anderen Zauberern oder auf einer Magierakademie erlernt werden. Gefährliche Bestien lauern in Wäldern, Sümpfen und dunklen Höhlen auf unvorsichtige Reisende. Und Menschen sind nicht das alleinige vorherrschende Volk. Mit ihnen leben auch Elfen, Zwerge, Halbline und Orks in dieser Welt.

2. Heldentaten sind die Hauptplots

In High Fantasy Stories sind die Spielercharaktere stets Helden, die das einfache Volk vor übernatürlichen Bedrohungen beschützen. Ein magisches Ritual, dass ein Tor zur Hölle öffnet, ein Monster, das die Region terrorisiert, ein dunkler Nekromat oder eine plündernde Barbarenhorde – die Spielercharakter sollen sich als Verteidiger des Reiches um diese Dinge kümmern. Im Gegenzug werden sie mit barer Münze belohnt. Auf ihren Reisen entwickeln sich die Charaktere von einfachen Glücksrittern zu legendären Helden, Halbgöttern gleich. Schließlich wird es irgendwann ihre Aufgabe sein, die niederträchtigen Pläne eines Oberschurken zu durchkreuzen, der versucht, die Welt zu zerstören.

3. Es geht um Gut gegen Böse

Es gibt eine klare Trennung zwischen den guten Mächen (die Spielercharaktere) und den bösen Mächten (die Erzschurken). Widersacher werden von moralisch verachtenswerten Motiven getrieben wie etwa Machthunger, Gier oder Rache. Sie wollen Tod und Verderben über die Welt bringen. Ihre Pläne zu durchkreuzen und die Bösewichte zu vernichten, wird als Heldentat gefeiert. Danach können wieder Friede und Wohlstand im Lande einkehren.

Bekannte Beispiele für High Fantasy Settings

Hier sind einige der bekanntesten Welten, die dem High Fantasy Genre zuzurechnen sind..

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Das Schwarze Auge
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Diablo
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Dungeons & Dragons
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Der Herr der Ringe
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Pathfinder
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Warhammer Fantasy
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Anzeichen für Low Fantasy Settings

1. Das Übernatürliche ist rar

Magie und Monster sind den Bewohnern von Low Fantasy Settings nur aus Gerüchten und Erzählungen geläufig. Das einfache Folk hat im Regelfall noch nie ein Monster oder einen Zauberer mit eigenen Augen gesehen. Möglicherweise gibt es einen vorherrschenden Glauben, der alle Arten von Magie als Ketzerei verbannt und Hexenjäger entsendet, um dieses Dogma durchzusetzen. 

2. Überlebenskampf, Krieg und Drama sind die Hauptplots

Die Spielercharaktere sind einfache Leute oder Anti-Helden, die versuchen, einigermaßen durchzukommen. In einer gnadenlosen mittelalterlichen Welt zu überleben, ist hart. Oft liegen Reiche im Krieg, was für die einfache Bevölkerung Hungersnöte, Plünderungen und Schlimmeres zur Folge hat. Gelegentlich werden die Spielercharaktere als Helden angesehen, wenn sie andere vor Gefahr beschützen. Aber es gibt immer einen Haken und einen Preis, der gezahlt werden muss. Die Charaktere haben den habgierigen Baron verjagt, der unmoralisch hohe Steuern verlangt hat? Der nächste Baron steht schon bereit, um die Leute noch mehr zu knechten. Und er wird Geiseln nehmen, um seinen Machtanspruch zu sichern.

3. Es gibt keine Guten

In Low Fantasy Settings gibt es kein Gut oder Böse. Jeder ist sich selbst der Nächste. Jeder Charakter hat Leichen im Keller, Münder die gestopft werden müssen und eine dunkle Vergangenheit. Es gibt einen großen Graubereich. Das Beste, worauf man hoffen mag, ist „das geringere Übel“. Das mag nun sehr düster klingen. Es ist aber auch eine gute Basis, um charakterzentrierte Plots zu bauen und für Drama in der Story zu sorgen.

Bekannte Beispiele für Low Fantasy Settings

Hier sind mehrere gute Beispiele für Welten aus der Gattung Low Fantasy.

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Die Klingen-Saga
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Die Lügen des Locke Lamora
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Der Name des Windes
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In welches Setting passt The Witcher?

Die vielen Monster und die häufige Anwendung von Magie und Zauberei in The Witcher sind starke Anzeichen für ein High Fantasy Setting. Doch die Handlungsstränge drehen sich um Konflikte zwischen den Charakteren und um Reiche, die im Krieg miteinander liegen ohne klare Trennung zwischen Gut und Böse. Das würde wiederum eher einem Low Fantasy Setting entsprechen. Damit ist The Witcher ein Mix aus beiden Genres. Man könnte es als „Dark Fantasy“ bezeichnen, was eine Variante von High Fantasy mit düsteren Untertönen ist.

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Warum ist High Fantasy beliebter als Low Fantasy?

Vergleicht man die Anzahl an Romanen oder Rollenspielsystemen, die für High und Low Fantasy geschrieben wurden, ist das Verhältnis ca. 80 zu 1. Hier sind die Gründe für dieses Phänomen.

1. Es ist einfacher zu schreiben

High Fantasy bietet beim Schreiben der Geschichten und Erschaffen der Welten viel mehr Freiheiten. Und in 90% der Stories sind böse Hexer, schief gelaufende magische Rituale oder Dämonen das Fundament des Plots. Magie oder göttliche Interventionen halten immer als Erklärung her, warum etwas Mysteriöses geschehen ist. Low Fantasy Plots sind dagegen komplizierter zu entwerfen. Sie brauchen Beziehungsdiagramme, herleitbare Motive und komplexe Charaktere, um eine gute Story liefern zu können.

2. Es verkauft sich besser

Action, Monsters, legendäre Helden und beeindruckende visuelle Effekte (in Filmen) lassen sich einfach leichter verkaufen als komplexe Charakterdramen. Das zeigt sich z.B. bei den großen Erfolgen der ganzen Superheldenfilme der letzten 10 Jahre. Mit High Fantasy erreicht man einfach ein viel größeres Publikum als mit den charakter-getriebenen Plots,. die Low Fantasy bietet.  Ja, es gibt auch grandiose Bücher und Filme im Bereich der Low Fantasy. Aber die Verkaufszahlen sprechen nicht für sie.

3. Stärkeres Gefühl von Eskapismus

Mit all seinen Monstern, Zauberern und der Magie liefert High Fantasy eine Welt, die viel fremdartiger und märchenhafter ist als das, was Low Fantasy bietet. Man kann darin neue Welten, exotische Landschaften und fantastische Kreaturen entdecken. Das ermöglicht eine sehr intensive Erfahrung abseits der Realität (Eskapismus). Zusätzlich ist High Fantasy mit seiner klaren Trennung von Gut und Böse von der Tonalität her heiterer als der harte Realismus von Low Fantasy Geschichten. Das hilft ebenfalls dabei, die Sorgen des Alltags leichter hinter sich zu lassen.

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Weitere Fantasy-Genres

Neben High und Low Fantasy gibt es noch weitere Fantasy-Subgenres, die es wert sind, kurz beschrieben zu werden.

Dark oder Grim Fantasy

Ähnlich wie High Fantasy ist „Dark“ oder „Grim Fantasy“ voller Monster und Magie, Doch die Geschichten spielen dabei in einer düsteren, dem Untergang geweihten Welt. Die Auswirkungen von Heldentaten sind kurzfristing von Bedeutung, scheinen über längere Dauer aber belanglos und können das große, drohende Unhalt, das das Land heimsucht, nicht abwehren. Beispiele für Dark Fantasy Settings sind Warhammer Fantasy, Diablo, Ravenloft, Shadow of the Demon Lord und The Witcher.

Urban Fantasy

Urban Fantasy dreht sich um Machtkämpfe übernatürlicher Fraktionen in modernen Großstädten. Dabei gehen Vampire gegen Werwölfe vor, Magier gegen Feenhöfe, und so weiter. Die Spielercharaktere sind Vertreter dieser Fraktionen oder unabhänige Unruhestifter, die sich in diesem Netz aus Intrigen und Machtkämpfen verfangen haben.  Beispiele für Urban Fantasy Rollenspiele sind: Urban Shadows, Vampire: Die Maskerade, Dresden Files, Monster of the Week oder Hunter the Reckoning / Jäger, die Abrechnung.

Science Fantasy

Science Fantasy ist in der fernen Zukunft in einer weit, weit entfernten Galaxie angesiedelt. Dieses Setting vermischt Science Fiction mit High Fantasy. Die Technologie ist mittlerweile so fortgeschritten, dass sie nicht mehr von Magie unterschieden werden kann. Bekannte Beispiele für Science Fantasy Settings sind: Star Wars, Numenera, Dying Earth von Jack Vance und Dune von and Frank Herbert.

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